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Inhalt

Projekt „Übergang Schule – Hochschule“

Ausgangssituation:

  • Das Land Brandenburg verfügt über eine der schwächsten Brutto-Studierquoten – diese liegt deutlich unter Bundesdurchschnitt: 2002: 63% = Anteil der Studienberechtigten eines Jahrgangs, die ihr Studium bereits begonnen haben oder die feste Absicht haben, dies zu einem späteren Zeitpunkt zu tun (Heine, Spangenberg & Sommer 2004).
  • Der Wanderungssaldo ist negativ: es verlassen mehr junge Erwachsene zwischen 18-25 Jahren das Bundesland als im Gegenzug in dieser Altersklasse einwandern (Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2005)
  • In den kommenden Jahren droht ein Personalengpass: die Fachkräftestudie des Landes Brandenburg (Behr, Walter, Hinz u.a. 2005) geht davon aus, dass die Bevölkerung im Land Brandenburg von 2002 bis 2020 um sieben Prozent abnehmen wird. Da es in einigen Regionen und Branchen bereits jetzt einen Fachkräftemangel gibt, wird sich die Situation insbesondere für Berlin-ferne Regionen und unter hoch Qualifizierten in Zukunft verschärfen.


Durch verstärkte Aufklärungsarbeit bei Schülern, Eltern und Lehrern soll das Interesse Brandenburger Jugendlicher an einem Studium erhöht und der Übergang zum Studium erleichtert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erhöhung des Frauenanteils, denn gerade in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik sind weibliche Studie-rende traditionell unterrepräsentiert. Übergeordnetes Ziel ist es, durch eine akademische Ausbildung jungen Brandenburgern eine Zukunftsperspektive im Land Brandenburg zu eröffnen.

Neben diversen Maßnahmen im Bereich „Kommunikation/ Information“ z.B. Tag der offenen Tür, Studienberatung, Schnupperstudium, Brandenburger Zukunftstag für Mädchen und Jungen, sind die Teilprojekte „Brandenburger Nachwuchspool“ und „Selfassessment“ in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse.

Selfassessment

Wer mit dem (Fach-)Abitur die Schule verlässt, steht vor der Wahl, sich für ein Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung zu entscheiden. Besonders junge Frauen neigen aus oftmals unbegründeter Angst, den Anforderungen eines Studiums nicht gewachsen zu sein, zu einer Berufsausbildung.
Diejenigen, die sich grundsätzlich für ein Hochschulstudium entschieden haben, stehen vor der Wahl des Studienfaches und der passenden Hochschule. Neben Kriterien wie der angestrebte Abschluss, Größe der Hochschule oder Nähe zum Wohnort stellt sich die entscheidende Frage, ob man neben den formalen Voraussetzungen wie Schulnoten auch die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für das Wunschfach erfüllt, um erfolgreich und mit Freude studieren zu können.
Dies ist der Ansatzpunkt eines freiwilligen Selfassessments. Ein allgemeiner Interessentest hilft bei der Studienfachorientierung. Fachtests, die für die verschiedenen Studienfelder der Fachhochschule Brandenburg entwickelt werden, bilden die (Grund-)Anforderungen dieser Studienfelder ab und zeigen dem Test-Nutzer, ob die eigenen Fähigkeiten und Interessen mit den Studienanforderungen übereinstimmen und was man ggf. tun kann, um sich besser auf das Wunschstudium vorzubereiten. Der freiwillige Eignungstest zur Studienorientierung wird über die Internetplattform der Fachhochschule Brandenburg zugänglich sein.

Nachwuchspool (Brandenburg / Prignitz)

Herausragenden Schülerinnen und Schülern der 12. Klassen wird die Möglichkeit einer besonderen Förderung und Begleitung ihres weiteren Ausbildungswegs durch regionale Unternehmen gegeben.
Die Schüler erhalten während ihres Studiums eine Unterstützung, die von bezahlten Praktika oder der Übernahme der Semestergebühr bis zu einem Stipendium reichen kann, und die ihnen eine berufliche Perspektive in ihrer Heimatregion bietet. Für die Unternehmen ergibt sich daraus der Vorteil, dass sie schon in einem frühen Stadium einen vertrauensvollen Kontakt zu den begabtesten Schülern aus der Region aufbauen und sie für ihren Mitarbeiterstamm akquirieren können. Die Teilnehmer des Nachwuchspools sollen nach dem Studium als gut ausgebildete junge Fachkräfte in die Region zurückkehren und ihr Know-how in die hiesigen Unternehmen einbringen.



© 2011 FH Brandenburg   letzte Aktualisierung:  06.05.2011   Autor: [Regina Schalinski]