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Leserbrief zur Ausgabe 3/2005:
Sehr geehrte Redaktion des INFOCUS,
mit viel Interesse las ich nun die letzte Ausgabe, die so einige sehr interessante Artikel (wie den über Spitzbergen) hatte.
Sehr gefallen hatte mir auch der Beitrag von Juan del Valle, und freue mich sehr über das realistische Bild, das er über die Deutschen gewonnen hatte. Um so mehr freue ich mich zu sehen wie offen doch seine Denkweise und sein Blick für die Dinge ist, besonders vor dem Hintergrund daß so einige wenige Mexikaner hier (nämlich die, die sich solch weite Reisen leisten können) immer über die Europäer herziehen sie wären Schweine (weil sie öfter mal nach Schweiß als nach Parfümwolken riechen) - und bei all dem doch nicht merken, daß die Europäer so einige Sachen NICHT tun, die man hier (in Mexiko) tut (und die hier offensichtlich nicht als schweinisch angesehen werden - von vielen, weil es eben so normal ist): Autofenster runterkurbeln und Müll auf die Straße werfen, oder einfach aus dem Busfenster raus... Also mein Glückwunsch für Herrn Juan del Valle!
Besonders gut gefiel mir auch der Artikel von Herrn Prof. Dr.-Ing. Edel (der kritische über den Bologna-Prozeß) wo ich nur zustimme. Daß man dem arroganten Amerikanervolk auch alles nachmachen muß, selbst wo es gar keinen so richtigen Grund dafür gibt! Ich stimme mit ihm darüber überein daß es besser über Inhalte als über solche Nebensächlichkeiten gehen sollte! Wahrlich, ich schätze mal, die Leute im Mittelalter waren da schlauer als die heutigen Politiker. Da hatte man nämlich schon daran gedacht, das Universitätssystem in Europa so weit zu vereinheitlichen daß ein Student wo auch immer er wollte studieren konnte (Paris, Bologna, Salamanca, Oxford, Leiden, Heidelberg,.....) - man mußte nur eine Sprache sprechen und verstehen: Latein. Nun, heute ist Latein zwar tot, aber Englisch ist lebendig, und vielleicht sollte man ja lieber daran denken, Englisch als Vorlesungssprache zu haben als lokale Sprachen, das wär bestimmt eine Umstellung die eher lohnen würde... Aber heute wird ja nicht mehr verwaltet, sondern zerwaltet, und nicht mehr erwirtschaftet sondern zerwirtschaftet... Ach ja, angesichts des Hintergrundes von Bologna und Bachelor und Master Ph.D. vs. Dipl.-xxxx - es würde mich einmal sehr interessieren, wie sich denn die Möchtegern-Politiker das Schicksal der Dipl.-xxxx vorstellen, was mit diesen werden soll, wenn es solche Studiengänge nicht mehr "geben darf", das wär ja vielleicht mal ein interessantes Thema für die nächste Ausgabe. Vielleicht haben die ja vor, einfach alle alten Abschlüsse abzuschaffen und für nichtig zu erklären, so wie es die Bundeskolonialpolitiker mit vielen ehemaligen DDR-Abschlüssen (zum Beispiel den Fachschul-Abschlüssen) gemacht hatten? Neu wär die Vorgehensweise ja nicht.... Angesichts solcher Historien klingt doch das, was Prof. Dr.-Ing. Edel da schrieb, besonders besorgniserregend. Also, ich würde mit sehr viel Spannung eine Ausgabe erwarten, die einmal darauf eingeht. ...
Viele herzliche Grüße aus Puebla
Ihr Alumnus Dipl.-Inf. (FH) Frank Schusser.
P.S. Nicht daß ich besonders titelgeil wäre, ich bin ein normaler Mensch wie jeder andere auch, doch angesichts solcher politischen Dumme-Jungen-Streiche führe ich meine Abschlußbezeichnung mit einem gewissen Stolz - als jemand, der seinen Abschluß vor dieser Ami-Abschlußnachäfferei abgelegt hatte. ;-)
Und mit einem besonders herzlichen Gruß an Prof. Dr.-Ing. Edel, den ich - glaube ich - persönlich nie kennengelernt hatte, weil ich nicht in seiner Studienrichtung studierte.
Saludos / with best regards / mit freundlichen Grüßen
Frank Schusser
© 2010 FH Brandenburg letzte Aktualisierung: 11.08.2010 Autor: [Webadmin]


